Mediensprache.net der Leibniz Universität Hannover

Mediensprache.net der Leibniz Universität Hannover

Kurzbeschreibung des Internetportals

2010-07-29

Im Folgenden möchte ich die Internetseite http://www.mediensprache.net/en/ <letzter Zugang: 26.5.2010>  der Leibniz Universität Hannover vorstellen, die in gradezu vorbildlicher Weise einen Zugang zum Wissens- und Forschungsbereich von Medien und Sprache gewährt. Die Initiative für dieses Projekt geht zurück auf das ‘Deutsche Seminar’ der Leibniz Universität Hannover. Im Vordergrund des Interesses steht dabei die Sammlung, Dokumentierung und Vermittlung von Wissen aus den Themengebieten "Sprache und Kommunikation im Internet", "Werbesprache", "Sprache in der mobilen Kommunikation", "Linguistische Medienanalyse" und "Online-Publishing". Verantwortlich für die Inhalte in der dargebotenen Form zeichnen: Torsten Siever (Leibniz Universität Hannover), Peter Schlobinski (Leibniz Universität Hannover) und Jens Runkehl (TU Darmstadt).

                        Dem Benutzer dieses Internetportals öffnet sich eine komplex aufgebaute, aber trotzdem einfach zu nutzende Internetseite, die ihn mit zahlreichen Informationen zum Bereich der Medien und der in ihnen verwendeten Sprache versorgt. Die Benutzeroberfläche des Portals bietet den Besuchern die Möglichkeit, sich auf ihr sowohl auf Deutsch als auch auf Englisch zu orientieren.

            Neben den im Zentrum des Interesses stehenden ‘Neuen Medien’ - also den durch Internet und Computer vermittelten Kommunikationsformen - werden auch  konventionelle Medien wie Radio, Fernsehen bei den Analysen berücksichtigt.

            Das Portal untergliedert sich in 5 Hauptbereiche, nämlich Websprache, Werbesprache, Handysprache, Medienanalyse, Onelinepublishing und Basixs, wobei jeder dieser Bereiche wiederum die Unterbereiche News, Themen, Publikationen, Networx, Literatur, Interaktiv, Termine, Goodies und Impressum umfasst, die selber wiederum zahlreiche Untersparten - zum Beispiel Chat, Second Life, Weblogs, E-Learning, Instant Messaging in der Gruppe Themen als Unterkategorie der Hauptgruppe Websprache - enthalten.

            Ohne an dieser Stelle eine erschöpfende Beschreibung aller dieser Gruppen, Untergruppen und ihrer Funktionen leisten zu können – am besten ist, man besucht einfach die Seite und klickt sich selber von Rubrik zu Rubrik und Link zu Link -, soll im Folgenden eine kurze Beschreibung einiger ihrer wichtigsten Inhalte und Möglichkeiten erfolgen, um so die Vielfalt an Informationen zu verdeutlichen, zu denen dieses Internetportal einen Zugang erlaubt:    

  • Die Reihe “Networx” umfasst inzwischen 55 Online-Publikationen, die sich Themen widmen wie: Phraseologismen im Spielfilm (Nº54), Instant Messaging (Nº52), Der Einfluss von Informationsmedien auf Sprache und Sprachwissenschaft (Nº 40), Schriftlichkeit und Mündlichkeit in der Chatkommunikation (Nº 29), Bedeutungskonstitution im Hypertext (Nº 19)... . Die Verfasser dieser Networx-Beiträge kommen aus aller Welt. Zwar widmet sich ein Großteil der Untersuchungen zum Sprachgebrauch in den Medien der deutschen Sprache, doch werden bei internationalen Forschungsprojekten, die als Basis einer Networx-Publikation dienen, auch andere Sprachen berücksichtigt. So finden sich in Sprachliche und textuelle Aspekte in Weblogs (Nº 46) die Analysen von Weblogs aus insgesamt 9 unterschiedlichen Sprachen, nämlich von Weblogtexten (= Postings) auf Deutsch, Chinesisch, Englisch, Italienisch, Polnisch, Portugiesisch, Russisch, Schwedisch und Spanisch. Die Veröffentlichungen von Networx besitzen PDF Format sowie ISSN Eintrag und sind für alle Internetnutzer kostenlos einsichtbar und herunterladbar. Der große Erfolg – allein ‘Networx 46’ wurde inzwischen fast 10 000 mal angeklickt – spricht  für den Erfolg dieser Publikationsreihe.
  • Eine eigene Reihe von Essays zum Bereich Medien und Sprache, mit Themen wie: Fremde Wörter. Verfällt die deutsche Sprache? oder Wissenschaft und Internet.
  • Alles über Online-Publikationen, unter anderem mit Hinweisen zum korrekten Zitieren aus dem Internet (= Electronic Style Guide), aber auch mit vielen Tips zum Erstellen eigener Online Publikationen.
  • Zugriff zu einer Reihe von sprachlichen Korpora – z.B. zu SMS, Jugendsprache oder Begriffe aus dem Science-Fiktion Bereich -, über die die Nutzer frei verfügen können.
  • eine eigene Suchmaschine, die bei der Suche nach Sekundärliteratur behilflich ist.
  •  Im ‘Netguide’ findet sich unter anderem eine Zusammenfassung der Regeln zur neuen Rechtschreibung.
  • Ein eigenes Lexikon zu Begriffen aus der  Computer- und Internetwelt.
  • Die Reihe Basix umfasst unter anderem kleine einführende Artikel zu den Hauptgebieten der Linguistik Phonetik/Phonologie, Morphologie, Syntax, Semiotik, Semantik und Pragmatik, sowie ein kleines Lexikon zur Linguistik mit über 1200 Lemmata, aber auch kurze, zusammenfassende Artikel zu bestimmten Themen der Sprachwissenschaft wie: Generative Grammatik, Deskriptive Linguistik, etc, sowie eine kleine Studienbibliographie zum Bereich der Sprachwissenschaft.
  • Unter der Rubrik Termine finden sich Hinweise zu bevorstehenden Veranstaltungen, Wettbewerben und Forschungsprojekten.
  • Bei Interviews äußern sich Experten zu aktuellen und interessanten Fragen rund um  die Themen von ‘mediensprache.net’.
  • In speziell eingerichteten Foren können die Teilnehmer eines jeweiligen    Forschungsprojektes – im Moment läuft das internationale Projekt “Twitter” – über entsprechende Fachfragen diskutieren, wobei der Zugang allerdings durch ‘Username’ und ‘Password’ auf die am Projekt teilnehmenden Forscher begrenzt bleibt.
  • Im ‘Mitgliederbereich’ bietet ‘Mediensprache.net’ den Eingeschriebenen die Möglichkeit, einen “Steckbrief” einzurichten, mit Lebenslauf, Foto und Publikationsliste. Man kann aber auch Artikel verfassen und online veröffentlichen, mit einem Lemmata zu den Lexika des Portals beitragen oder sich als Mitglied in einem Fachforum eintragen.  
  • Das Gästebuch mit den ihm angeschlossenen Diskussionsforen trägt zur  Interaktivität des Portals bei.
  •  Mit GAT, HIAT, CATS oder IMT werden aktuelle Transkriptionssysteme vorgestellt, die ein unumgängliches Werkzeug zur Analyse der gesprochenen Sprache darstellen.

 

Vielleicht werden einige Besucher des Portals ein gewisses Unbehagen empfinden, wenn sie mit aus dem Englischen inspirierten Neologismen wie Goodies, Networx oder Basixs-Quiz konfrontiert werden und sich auch fragen, ob es wirklich notwendig ist, zu solchen doch ein wenig effekthascherischen Termini zu greifen, unbestritten bleibt aber der überragende Nutzen dieses Portals. Ein Besuch dieser Internetseite lohnt sich also auf jeden Fall, insbesondere für Studenten und Lehrende im Bereich von Medienwissenschaft und Linguistik, aber auch einfach für interessierte Laien, die sich über neuere Entwicklungen und Forschungen im Bereich von Medien und Sprache informieren wollen.

 (Bernd Sieberg FLUL)

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